Systemische Beratung und Supervision haben ihre Wurzeln unter anderem in der Familientherapie. Ihr Ausgangspunkt ist die Annahme, dass menschliches Erleben und Verhalten nicht isoliert verstanden werden kann. Menschen leben, arbeiten und handeln immer in Beziehungen, Rollen und sozialen Zusammenhängen. Deshalb richtet systemisches Arbeiten den Blick nicht nur auf die einzelne Person, sondern auch auf ihr Umfeld: Familie, Partnerschaft, Arbeitsteam, Organisation, Freundeskreis, soziale Erwartungen und wiederkehrende Kommunikationsmuster. Diese Zusammenhänge bilden die Systeme, in denen Menschen sich bewegen und in denen Probleme, Konflikte, Ressourcen und Lösungsmöglichkeiten entstehen.
Systemische Beratung und Supervision können bei persönlichen, familiären, sozialen oder beruflichen Fragestellungen hilfreich sein, zum Beispiel bei …
- Familiären Krisen und Veränderungssituationen
- Beziehungs- und Paarproblemen
- Lebenskrisen persönlicher oder beruflicher Art
- Problemen im Arbeitsteam oder mit dem Chef
- Probleme mit der Rolle als Führungskraft / Ausführende Kraft
- Burnouts und depressive Episoden
- Perspektivlosigkeit und Fragen nach persönlicher Weiterentwicklung
u.v.m.
Ressourcen- und Lösungsorientierung
Im Laufe unseres Lebens entwickeln wir Handlungsmuster. Damit sind Verhaltensweisen, Reaktionen und Deutungen gemeint, die uns vertraut sind und die in bestimmten Situationen einmal sinnvoll oder notwendig gewesen sein können. Solche Muster können hilfreich sein. Sie können aber auch problematisch werden, wenn sich Lebenssituationen, Beziehungen oder berufliche Anforderungen verändern. Dann entstehen Konflikte, Blockaden oder das Gefühl, immer wieder an denselben Punkt zu geraten.
Systemisches Arbeiten macht solche Muster sichtbar und besprechbar. Dabei geht es nicht darum, Menschen auf Probleme oder Defizite zu reduzieren. Vielmehr werden Probleme auch als bisherige Lösungsversuche verstanden: als Ausdruck davon, dass Menschen unter bestimmten Bedingungen versucht haben, handlungsfähig zu bleiben. Im Beratungs- oder Supervisionsprozess werden vorhandene Ressourcen, Fähigkeiten und Perspektiven herausgearbeitet. Ziel ist es, neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und passende nächste Schritte zu finden.
Ratsuchende im Zentrum
Systemische Beratung und Supervision gehen von den Anliegen, Bedürfnissen und Zielen der beteiligten Personen aus. Die passende Lösung wird nicht von außen vorgegeben, sondern im gemeinsamen Prozess entwickelt. Als systemischer Berater und Supervisor arbeite ich allparteilich. Das bedeutet: Ich nehme unterschiedliche Perspektiven ernst und achte darauf, dass verschiedene Sichtweisen im Prozess Raum bekommen. Allparteilichkeit heißt nicht Beliebigkeit. Sie bedeutet, den Prozess transparent, verantwortungsvoll und klärend zu gestalten. Im Mittelpunkt steht die Stärkung von Selbstorganisation, Klarheit und Handlungsmöglichkeiten. Veränderung entsteht dort, wo Zusammenhänge verstanden, Perspektiven erweitert und neue Optionen sichtbar werden.
